Berechne die Warenkorbabbruchrate, finde Ursachen nach Gerät, Kanal und Checkout-Schritt und priorisiere konkrete Maßnahmen für weniger Abbrüche.
Ein Warenkorbabbruch entsteht, wenn ein Kunde mindestens ein Produkt in den Warenkorb legt, den Kauf jedoch nicht abschließt. Davon zu unterscheiden ist der Checkout-Abbruch: Dabei hat der Kunde den eigentlichen Checkout bereits begonnen und verlässt ihn vor der Bestellbestätigung.
Die Formel lautet: Warenkorbabbruchrate = (1 − abgeschlossene Käufe ÷ begonnene Warenkörbe) × 100. Werden aus 1.000 begonnenen Warenkörben 300 Bestellungen, liegt die Rate bei 70 %. Verwende für Zähler und Nenner denselben Zeitraum und eine einheitliche Tracking-Definition.
Branchenübergreifende Auswertungen nennen häufig Werte zwischen 60 % und 80 %. Dieser Bereich ist kein allgemeingültiger Zielwert, da Gerätetyp, Branche, Warenwert, Traffic-Quelle und Messmethode die Rate beeinflussen. Aussagekräftiger ist der Vergleich deiner Segmente und der Entwicklung im Zeitverlauf.
Häufige Ursachen sind spät angezeigte Versandkosten, lange Lieferzeiten, fehlende Zahlungsarten, Kontozwang, zu viele Formularfelder oder technische Fehler. Auch unklare Rückgabeinformationen, eine schlechte mobile Bedienung und Ablenkungen im Checkout können dazu führen, dass Kunden nicht bestellen.
Erfasse die Schritte vom Warenkorb bis zur Bestellbestätigung als Events und werte sie mit Smart Funnels aus. Segmentiere nach Gerät, Browser, Kanal und Zahlungsart. Heatmaps, Session Replays und Rage Clicks liefern zusätzlichen Kontext zu Bedienproblemen. Richte die Analyse unter Beachtung der DSGVO ein.
Priorisiere zuerst Probleme mit hoher Reichweite und klarer Wirkung: Zeige Gesamtkosten früh an, ermögliche Gastbestellungen, reduziere Pflichtfelder und biete relevante Zahlungsarten an. Prüfe außerdem mobile Formulare, Fehlermeldungen, Ladezeiten und die Verständlichkeit von Liefer- und Rückgabeinformationen.
Vergleiche die Warenkorbabbruchrate vor und nach einer Änderung über ausreichend lange, vergleichbare Zeiträume. Kontrolliere zusätzlich die Checkout-Conversion, Bestellzahl und den durchschnittlichen Warenkorbwert. Werte Ergebnisse nach Gerät und Kanal aus, damit Verschiebungen im Traffic die Wirkung nicht verdecken.